
Zum ersten Mal haben Mutanten die Wahl: ihre Einzigartigkeit zu bewahren, obwohl es sie von den Menschen isoliert und entfremdet, oder ihre KrĂ€fte aufzugeben und Mensch zu werden. Die unterschiedlichen Ansichten der beiden Mutanten-FĂŒhrer Charles Xavier, der an ein Miteinander glaubt, und Magneto, der das Recht des StĂ€rkeren predigt, werden auf die Ă€uĂerste Probe gestellt. Und lösen einen Krieg aus, der alle Kriege beenden könnte. Die Gen-Forscherin Dr. Kavita Rao erfindet ein Serum, genannt âHoffnungâ, das die Mutationen bekĂ€mpft und sogar heilen kann. Dieses umstrittene Mittel kursiert nun auch unter den X-Men, insbesondere bei Hank McCoy / Das Biest, der damit gegen seine Andersartigkeit ankĂ€mpfen will. Aber nicht jeder ist von der Wirkung des Mittels ĂŒberzeugt und schnell entwickelt es sich zu einer tödlichen Waffe, gegen die die X-Men vereint kĂ€mpfen mĂŒssen. Bryan Singer, der Regisseur der ersten beiden X-Men-Filme, ist im August 2004 von der Serie abgesprungen und hat das GroĂprojekt âSuperman Returnsâ ĂŒbernommen. FĂŒr ihn ist dann im MĂ€rz 2005 Matthew Vaughn nachgerĂŒckt, der sich bis dahin vor allem als Produzent von Filmen von Guy Richie (âSnatchâ) einen Namen machte. Der wurde dann aber nur drei Monate spĂ€ter durch Brett Ratner ersetzt, der den Film dann letztendlich realisiert hat.
HandlungZu Anfang gibt es einen RĂŒckblick, ungefĂ€hr 20 Jahre zuvor: Erik Lehnsherr (Magneto) und Charles Xavier sind noch gute Freunde. Beide besuchen ein junges MĂ€dchen, das sich als Jean Gray herausstellt. Jean zeigt auĂerordendlich starke KrĂ€fte im Bereich der Telepathie und Telekinese und verfĂŒgt ĂŒber ein scheinbar unbegrenztes Potential. WĂ€hrend Erik beeindruckt ist, macht sich Charles Sorgen, da ihre KrĂ€fte nicht nur ĂŒberaus stark sind, sondern auch meist instinktgesteuert freigesetzt werden. Er beschlieĂt Teile ihres Geistes mit telepathischen Blockaden zu versehen, um so einen GroĂteil ihrer KrĂ€fte in ihrem Unterbewusstsein einzuschlieĂen.
In der Gegenwart: Die X-Men verbĂŒnden sich in diesem letzten Teil der Trilogie mit Dr. Henry âHankâ McCoy, der einst â unter dem Codenamen âThe Beastâ â ein GrĂŒndungsmitglied der X-Men war und nun als erster Mutant ein Regierungsamt bekleidet.
Die X-Men leben nach den Geschehnissen am Alkali Lake ihr Leben weiter. Einzig Cyclops zieht sich zurĂŒck, da er den Tod von Jean Grey nicht verkraften kann. WĂ€hrend die X-Men mit ihren neuen Teammitgliedern im Gefahrenraum eine holografische Ăbungssequenz bewĂ€ltigen, erhĂ€lt Cyclops urplötzlich einen telepathischen Ruf seiner totgeglaubten Freundin. Unmittelbar begibt er sich zum Alkali Lake, wo Jean tatsĂ€chlich wieder den Wassermassen, die sie einst begruben, entsteigt. Bei einem Kuss der beiden vollzieht sich jedoch eine finstere Wandlung in Jean, die in einer Art mentaler Explosion endet und in den Gedanken von Professor Xavier alle Alarmglocken lĂ€uten lĂ€sst. Er schickt Storm und Wolverine zum Alkali Lake, diese finden jedoch nur die bewusstlose Jean und Cyclopsâ schwebende Brille. Bis dato ist unklar, was mit Cyclops geschehen ist, und so bringen die X-Men Jean zurĂŒck ins Institut.
Derweil behauptet ein Pharmakonzern, ein Mittel gegen die Mutationen gefunden zu haben, das sie âdie Heilungâ nennen. Quelle dieses Heilmittels ist der Mutant Jimmy (Codename: Leech), der in der Lage ist, das X-Gen, das fĂŒr die KrĂ€fte der Mutanten verantwortlich ist, bei anderen Mutanten zu unterdrĂŒcken. Nach der VerkĂŒndung dieses Heilmittels in den Medien grĂŒndet Magneto, eine Armee von Mutanten, zu denen auch Pyro, ein frĂŒherer SchĂŒler am Xavier-Institut und einstiger Freund der X-Men, gehört. Die X-Men selbst haben ebenfalls zwei neue Mitglieder zu verzeichnen: den stĂ€hlernen Colossus und die durch WĂ€nde gehende Kitty Pryde, die bereits in den vorherigen Filmen in Nebenrollen zu sehen waren.
In der Zwischenzeit erfĂ€hrt Wolverine von Prof. Xavier, dass Jeans Persönlichkeit gespalten ist. Xavier offenbart ihm, dass sie der Mutant mit den stĂ€rksten KrĂ€ften sei, der ihm je begegnet wĂ€re. Bereits in ihrer Kindheit sei Jean so mĂ€chtig gewesen, dass Xavier sich gezwungen sah, sie mithilfe seiner telepathischen KrĂ€fte einzudĂ€mmen. WĂ€hrend dieser Behandlung spaltete sich Jeans Persönlichkeit in zwei Personen. Die eine, Jean selbst, war rational und kontrolliert; die andere, die sich selbst als âPhoenixâ bezeichnete, agierte einzig instinktgesteuert â und war in Xaviers Augen eine Gefahr fĂŒr die Allgemeinheit. So nutzte er damals seine KrĂ€fte, um den destruktiven Teil von Jeans Bewusstsein wegzusperren und so auch Phoenix zu bĂ€ndigen. Nachdem Xavier und Wolverine nach einer heftigen Diskussion ĂŒber Ethik auseinandergehen, erwacht Jean â und mit ihr auch Phoenix. Als Wolverine diese zurĂŒckweist, knallt Phoenix ihn an die WĂ€nde und entkommt.
Als das Heilmittel bei Magnetos Versuch, seine VerbĂŒndete Mystique aus der Gewalt der Regierung zu befreien, auch als Waffe gegen die Mutanten eingesetzt wird und Mystique dadurch ihre KrĂ€fte verliert, treten Magneto und seine Bruderschaft böser Mutanten an, um die Quelle des Heilmittels zu zerstören: die Pharmafirma von Warren Worthington II, dem Vater des Mutanten Warren Worthington III, Codename: Angel. An Magnetos Seite kĂ€mpfen nun der unaufhaltsame Juggernaut, die blitzschnelle, mit einem Mutanten-Radar ausgestattete Callisto sowie der sich duplizierende Multiple Man.
Mit Callistos Hilfe spĂŒrt Magneto Phoenix im Haus ihrer Eltern auf, wo er mit seinen Vertrauten auf Xavier, Storm und Wolverine trifft. Magneto und Xavier betreten das Haus und jeder versucht, Jean auf seine Seite zu bringen. Storm und Wolverine versuchen ebenfalls, ins Haus zu gelangen, liefern sich dabei jedoch eine Schlacht mit Juggernaut und Callisto. Die Auseinandersetzung endet mit einem telepathischen Duell zwischen Phoenix und Xavier, in dessen Verlauf Jeans telekinetische KrĂ€fte das Haus aus seinen Grundfesten reiĂen und in die Luft erheben und schlieĂlich Xavier regelrecht in Luft auflösen. Magneto nimmt sich Phoenixâ an und bringt sie dazu, ihm zu folgen. Wenig spĂ€ter findet im X-Institut eine Trauerfeier zu Ehren von Professor Xavier statt. Kurze Zeit spĂ€ter jedoch folgt auch Wolverine einem mentalen Ruf von Jean und findet sich in Magnetos Camp im Wald wieder. Als er nach einem vergeblichen Versuch, Jean zu ĂŒberzeugen, auf Magneto trifft, setzt dieser ihn auĂer Gefecht.
SchlieĂlich ziehen Magneto und seine âBruderschaft der Mutantenâ zur Insel Alcatraz, San Francisco. Die frĂŒhere GefĂ€ngnisinsel ist mittlerweile zu einem Labor umgebaut, in der Leech untergebracht ist und durch seinen Körper âdie Heilungâ produziert wird. Magneto möchte Leech töten, da die Produktion des Serums nicht ohne den Jungen stattfinden kann. Dazu verlegt er mit Hilfe seiner KrĂ€fte die Golden Gate Bridge nach Alcatraz. Es kommt zu einem Aufeinandertreffen von Magnetos Mutanten-Armee und der mit der âHeilungâ bewaffneten Soldaten der Regierung. Kurz nach Beginn der Schlacht erreichen auch die X-Men Alcatraz und stehen den Soldaten der Regierung zur Seite.
WĂ€hrend der Kampf tobt, entsendet Magneto Juggernaut, der in den Forschungstrakt eindringen und Leech töten soll. Juggernaut wird jedoch von Kitty Pryde aufgehalten, die ihn austrickst und Leech befreien kann. Durch die vereinten KrĂ€fte und eine TĂ€uschung gelingt es den X-Men schlieĂlich, Magneto aufzuhalten. Wolverine schafft es schlieĂlich, ihn abzulenken, so dass Hank McCoy ihm eine groĂe Menge des Heilungsmittels injizieren kann, mit dem Ergebnis, dass Magneto all seine magnetischen KrĂ€fte verliert. Doch als ein letzter Versuch, Jean Grey wieder zur Besinnung zu bringen, durch das Eingreifen der Soldaten scheitert, geraten Phoenixâ KrĂ€fte immer mehr auĂer Kontrolle. WĂ€hrend Jean alles und jeden, der sich nicht schnell genug in Sicherheit bringt, im wahrsten Sinne des Wortes pulverisiert, helfen die X-Men bei der Evakuierung der Einrichtung. Nur Wolverine ist dank seiner RegenerationskrĂ€fte dazu fĂ€hig, bis zu Phoenix vorzudringen. Als deren altes Ich Jean sich schlieĂlich fĂŒr einen kurzen Moment durchsetzen kann, bittet sie Wolverine, sie und damit Phoenix zu töten. Wolverine gesteht Jean, dass er sie liebt, bevor er sie schlieĂlich mit seinen Adamantiumklauen durchbohrt und damit tötet.
Storm und Wolverine halten es nun fĂŒr ihre Pflicht, die Schule von Professor Xavier weiterzufĂŒhren.
Am Ende des Films ist der âgeheilteâ Magneto (Eric Lensherr) schlieĂlich nur noch ein alter, verbitterter Mann, der um den Tod seines besten Freundes Charles trauert. In einer letzten Szene wird er aber nochmal kurz im Park gezeigt, wo er beim Schach-Spielen eine metallische Schach-Figur ohne diese zu berĂŒhren (offenbar durch seine alten KrĂ€fte) ein wenig bewegen kann. Dies lĂ€sst Raum fĂŒr Spekulationen und lĂ€sst vermuten, dass das âHeilmittelâ gegen die Mutationen entweder nicht stark genug ist oder nur eine begrenzte Wirkungsdauer hat.
Nach dem Abspann folgt noch eine letzte Szene: Man sieht den zu Filmbeginn von Prof. Xavier in einem Lehrvideo im Klassenzimmer schon einmal gezeigten hirntoten Mann in einem Krankenhauszimmer liegen. Eine alte Freundin von Charles, Dr. Moira MacTaggart, kommt herein, um nach dem Patienten zu sehen, als dieser plötzlich seinen Kopf bewegt und mit Charlesâ Stimme sagt: âHallo, Moira!â. Diese antwortet verdutzt: âCharles?â Mit dieser Szene endet der Film. Bei dem hirntoten Mann handelt es sich um Prof. Xâ Zwillingsbruder, dessen höhere Hirnfunktionen durch Charlesâ Mutation bereits im Mutterleib zerstört wurden. Xavier transferierte offenbar sein Bewusstsein kurz vor seinem Tod in den Körper seines hirntoten Zwillingsbruders. Und somit bleibt fĂŒr eine Fortsetzung der X-Men-Reihe die TĂŒr geöffnet.
KritikenJames Berardinelli schrieb auf ReelViews: Wer die ersten zwei X-Men-Filme mochte, werde auch den dritten mögen. Er kritisierte, dass zu viele Charaktere sich die Filmzeit teilen.
Roger Ebert schrieb in der Chicago Sun-Times vom 26. Mai 2006, dass er die Action und die AbsurditÀt (absurdity) des Films genoss.
Die deutsche Kinozeitschrift CINEMA schrieb: âWiderstand zwecklos! Teil drei der dĂŒsteren ,X-Menâ-Saga ĂŒberzeugt mit einer brisanten Story und dem wohl spektakulĂ€rsten Showdown des Jahres.â
AuszeichnungenDer Film erhielt 2006 sieben Nominierungen fĂŒr den Teen Choice Award, darunter fĂŒr Halle Berry und fĂŒr Hugh Jackman. Er wurde 2006 fĂŒr den Golden Trailer Award nominiert. Halle Berry wurde 2006 fĂŒr den Black Movie Award nominiert. 2007 erhielt Famke Janssen den Saturn Award fĂŒr die beste Nebendarstellerin fĂŒr die Darstellung der Dr. Jean Grey/Phoenix.
ProduktionBryan Singer, Regisseur der beiden vorherigen Verfilmungen, konnte nicht wieder verpflichtet werden, da er die Regiearbeit am Film Superman Returns ĂŒbernahm. Aus dem gleichen Grund hat James Marsden (Cyclops) im dritten Teil nur einen Kurzauftritt. Als Singers Nachfolger wurde Matthew Vaughn (Snatch â Schweine und Diamanten) angeworben, der auch fĂŒr einige Zeit an dem Projekt arbeitete, es schlieĂlich aber noch vor Drehbeginn wieder verlieĂ. So wurde Brett Ratner (Rush Hour) mit der etwa 210 Mio. US-Dollar teuren Produktion beauftragt.
Die Dreharbeiten begannen schlieĂlich im August 2005 und dauerten bis zum Dezember desselben Jahres. Sie beinhalteten unter anderem den Bau eines gewaltigen Modells der Golden Gate Bridge, auch hatte Angel-Darsteller Ben Foster Probleme mit den kĂŒnstlichen FlĂŒgeln, die er in fast allen Szenen tragen musste; sie erwiesen sich als zu schwer und mussten zu einem komplett neuen, leichteren Modell umgearbeitet werden.
Der erste Trailer zum Film wurde in den USA im Dezember 2005 veröffentlicht, der zweite am 4. April 2006. Der Film startete weltweit am 25. Mai 2006. Bis Juli 2006 hatte er bereits 425 Mio. US-Dollar eingespielt.
SonstigesZahlreiche Schauspieler, darunter Mike Vogel, Jed Bernard und Nick Stahl (Sin City), bewarben sich fĂŒr die Rolle des Angel. Die Rolle ging schlieĂlich an Ben Foster, der in mehreren Spielfilmen und der Serie Six Feet Under â Gestorben wird immer auf sich aufmerksam gemacht hatte.
Halle Berry hatte nach dem Drehende von X-Men 2 angekĂŒndigt, nicht an einer weiteren X-Men-Verfilmung mitarbeiten zu wollen. Als Grund gab sie persönliche Probleme mit Regisseur Bryan Singer an. AuĂerdem bemĂ€ngelte sie, dass der Charakter Storm sich nicht weiterentwickelte, und wollte sich auf die Hauptrolle in Catwoman konzentrieren. Als dieser Film dann jedoch katastrophal floppte und Singer sich von X-Men 3 abwandte, schloss sich Berry dem Projekt wieder an, allerdings unter der Voraussetzung, dass Storm eine gröĂere Rolle spielte.
Am 16. Mai 2006 wurde von Activision ein Videospiel zum Film veröffentlicht, welches die Geschehnisse zwischen dem zweiten und dritten Teil behandelt.
QuelleWikipedia